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Stoffwindeln & Mehr

Aber...

Stoffwindeln machen mehr Arbeit 

Eltern scheint es so, als ob Stoffwindeln mehr Arbeit machen. Das Umfeld sorgt durch ständige Kommentare dafür, dass man sich davon auch schnell abschrecken lässt und trotz fehlender Erfahrungswerte keinen Versuch wagt. Dazu sei gesagt, es ist sehr hilfreich, eine Beratung in Anspruch zu nehmen, um ein passendes System zu finden, das im Alltag funktioniert. Sonst fühlt man sich bei der Recherche schnell überfordert und denkt, man muss zum Stoffwickeln ein Studium belegen. So kompliziert ist es nicht!
Mit Wegwerfwindeln ist auch Aufwand verbunden, man sucht nach Angeboten, fährt zum Supermarkt um die passende Marke und Größe zu kaufen und bringt diese dann nach Hause. Nach der Benutzung bringt man den Müll zur Mülltonne und die Windel geht ihren weiteren Weg über die Verbrennungsanlage zur Schlacke, die eingelagert werden muss.
Die Handhabung beim Wickeln mit Stoff ist vergleichbar, man muss die Windel an- und ausziehen. Danach geht die Einwegwindel ihren Weg zur Mülltonne, die Stoffwindel zur Windeltonne. Alle 2-3 Tage wandert letzeres zur Waschmaschine und evtl in den Trockner. Das ist nicht mehr Aufwand, als die Spülmaschine anzuschalten. Je nach System müssen die Windeln evtl noch vorbereitet, also gestopft oder ins Regal geräumt werden. Dabei schauen Kinder gerne zu, oder helfen sogar. Wenn man erstmal eine Routine daraus gemacht hat, ist es sogar ein schönes Ritual.

Stuhl in der Waschmaschine/an den Händen
Muttermilchstuhl ist wasserlöslich und kann somit ausgewaschen werden. Ab Beikoststart empfiehlt es sich Microfleece oder Windelvlies Einlagen zu benutzen, welche den Stuhl auffangen. Dieser kann über der Toilette ausgeschüttelt werden oder mit dem Windelvies im Restmüll entsorgt werden. Fäkalien gehören aber in die Kanalisation, weshalb eigentlich auch Einwegwindeln ohne Stuhl weggeworfen werden sollten, wie in den USA üblich. Wird der Rest der Stoffwindel beschmutzt, kommt diese in die Wäsche oder du spülst sie kurz ab, und sie kann weiter benutzt werden. Gerade Wolle ist wunderbar schmutzabweisend und neutralisiert Ammoniak aus Urin. Insgesamt also ein sauberes Business, soweit es sich zumindest bei dem Umgang mit Babys umsetzen lässt. Wer schonmal eine K**ksplosion in einer Einwegwindel gesehen hat, wird sich darüber freuen, dass mit Stoffwindeln die Kleidung meist verschont bleibt. In der Waschmaschine landen dann also maximal Reste, die bei 60 Grad gut ausgewaschen werden. Und ein weiterer Gedankenanstoß, wer wäscht denn seine Unterwäsche und Sportsocken in einer seperaten Maschine, oder wirft sie weg?

Stoffwindeln sind nicht viel umweltfreundlicher, da sie gewaschen werden müssen
Wegwerfwindeln bedeuten eine sehr große Umweltbelastung, die man nicht so einfach abbauen kann. Es wird geschätzt, dass ein Kind in seiner Wickelzeit ca. eine Tonne schwer abbaubaren Abfall produziert. Die Stoffwindeln belasten die Umwelt sehr viel geringer und dies schon in der Phase der Herstellung. Wasser und Strom sind Ressourcen, die bei uns nicht knapp sind. Außerdem hängt der ökologische Fußabdruck von Stoffwindel stark vom Benutzer ab, und man hat großen Einfluss darauf, indem man selten einen Trockner benutzt, Naturfasern verwendet und effizient wäscht. Und die gleichen Argumente würde doch auch niemand bezüglich anderer Einwegartikel wie Geschirr und Strohalmen benutzen. Mehr erfährst du in diesem Artikel.

Eine Übersicht weiterer Mythen findest du hier.